Startup Exit: Unternehmensverkauf oder lieber doch nicht?

Startup Exit: Selling the company or not?

Als Gründer oder Gründerin eines gut wachsenden Startups kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem ein verlockendes Angebot zum Verkauf des Unternehmens auf dem Tisch liegt. Es ist für viele Unternehmer:innen eine strategisch wichtige Entscheidung, ob und wie sie dieses Angebot annehmen, nachfassen, in detaillierte Gespräche gehen oder es ablehnen. Diese Entscheidung fällt nicht leicht.

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Schon zeitig mit allen beteiligten Gründern und Gründerinnen des Unternehmens mit dem Thema auseinandersetzen, um nicht überrascht zu werden

Ein Unternehmensverkauf oder Exit kann aus verschiedenen Gründen anstehen. Dazu gehören finanzielle Anreize wie ein lukratives Angebot, das unerwartet von einem Konkurrenten oder strategischen Aufkäufer aus der Branche gestellt wird. Es kann aber auch ein Unternehmensverkauf stattfinden, weil ein Wunsch nach einer neuen Herausforderung oder eine persönliche Veränderung entstanden ist. Eventuell entwickelt sich das Unternehmen nicht wie gedacht und ein Verkauf ist die bessere Option für die Gründer. Es gibt viele Motive und diese sollten im Gründerteam von Anfang an klargestellt werden. Das Gründerteam braucht eine gemeinsame Exitstrategie oder sollte untereinander die Exit-Szenarien des oder der einzelnen Personen kennen, um im geeigneten Fall rasch agieren zu können.

5 Optionen im Überblick

Als Eigentümer:in haben Sie in der Regel fünf Optionen, wenn es um den Verkauf oder die Übergabe Ihres Unternehmens geht.

Familienübergabe

Sie können das Unternehmen innerhalb der Familie weitergeben, entweder als Schenkung oder als Verkauf.

Management-Buyout

Ein:e Mitarbeiter:in, Partner:in oder ein Mitglied des Managements ist eine weitere Option für die Übergabe Ihres Unternehmens an neue Eigentümer:innen.

Kompletter Unternehmensverkauf

Hierbei verkaufen Sie Ihr gesamtes Unternehmen an einen Dritten. Das kann das Management eines anderen Unternehmens sein, oder ein Unternehmen, das 100 % Ihrer Anteile übernimmt. Infrage kommen ein strategischer Käufer aus Ihrer Wertschöpfungskette, ein Mitbewerber oder ein:e Finanzinvestor:in, der:die sein:ihr Portfolio erweitern möchte.

Asset Deal

Bei einem Asset Deal werden Teile des Unternehmens vertraglich verkauft. Der verbleibende Unternehmensteil wird abgewickelt. Die verkauften Assets werden anschließend in das Unternehmen des Käufers integriert.

Freiwillige Liquidation

Diese Option ist häufig der letzte Ausweg, wenn ein Unternehmen nicht verkauft werden kann. Das Unternehmen wird abgewickelt und aufgelöst.

Welche Überlegungen beim Verkauf des Unternehmens angestellt werden

Eine der ersten Fragen beim Unternehmensverkauf bezieht sich oft auf den Verkaufspreis. Die Unternehmensbewertung gibt eine Orientierung, welcher Verkaufspreis theoretisch erzielt werden kann, wenn ein geeigneter Käufer oder eine Käuferin gefunden wird. Natürlich ist der finale Kaufpreis Verhandlungssache.

Weiters definieren die Gründer und -innen, wer potenzielle Käufer und Übernehmer des Unternehmens sein könnten. Welche strategischen Vorteile hätte welcher Käuferkreis, welcher Kaufpreis und welche Synergien könnten erzielt werden und wie sähen Vertragsbedingungen aus, die das Gründerteam gerne annehmen würde.

Wenn das Unternehmen derzeit nicht in einem wettbewerbsfähigen und innovativen Zustand ist, wird es schwieriger sein, das Unternehmen zu verkaufen. Das Gründerteam würde sich überlegen, ob es mehr Zeit einräumen kann, um das Unternehmen besser aufzustellen oder ob es auch einen niedrigeren Kaufpreis akzeptieren würde.

Der Abschied vom eigenen Unternehmen kann eine emotional große Herausforderung sein. Das Gründerteam muss sich die Frage stellen, ob sie bereit sind, das Unternehmen aus der Hand zu geben. Es wäre schade, erst am Ende eines Verkaufsprozesses festzustellen, dass man es doch noch nicht schafft, das Unternehmen zu verkaufen.

Sobald Finanzinvestoren einsteigen, entscheidet das Gründerteam nicht mehr allein über Verkauf und Preis. Investoren wollen ihr Investment meist mit Gewinn verkaufen. Meist sind Mitsprache-Rechte der Investoren beim Verkauf vereinbart. Ein Unternehmensverkauf mit Investoren erfordert sorgfältige Planung, Zusammenarbeit und Transparenz. So werden alle Interessen berücksichtigt und der Prozess kann erfolgreich verlaufen.

Jeder Fall ist anders: Eine individuelle Exit-Strategie ist entscheidend

Jeder Fall im Unternehmensverkauf ist einzigartig und braucht eine maßgeschneiderte Herangehensweise. Es gibt keine Einheitslösung, da viele Faktoren wie Unternehmensgröße, Branche, Motivation der Beteiligten und Marktdynamik berücksichtigt werden müssen.

Eine gründliche Analyse, Diskussionen innerhalb des Gründungsteams und gegebenenfalls die Hinzuziehung von Expertinnen können dazu beitragen, die beste Vorgehensweise zu bestimmen. Eine maßgeschneiderte Strategie ist der Schlüssel zum Erfolg.

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