Der Sprung vom Universitätslabor auf den globalen Markt ist weniger ein kleiner Schritt als vielmehr ein riskanter Hochsprung. Für Deeptech-Gründer:innen sind wissenschaftliche Ergebnisse die Basis, aber wie jeder erfahrene Unternehmer weiß: Ein bahnbrechendes Patent macht noch lange kein skalierbares Unternehmen.
Am 6. März 2026 besuchte Konsultori das Entrepreneurship Center der Universität Wien für eine „Sandpit Session“ mit einem klaren Auftrag: Vom Spin-off zum Scale-up. Wir haben uns mit Gründer:innen zusammengesetzt, die aktuell an der Schwelle zum Product-Market Fit (PMF) stehen und sich darauf vorbereiten, vom experimentellen Trial-and-Error ins kommerzielle Wachstum zu gelangen.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Fast 70 % der Startups scheitern an einer vorzeitigen Skalierung – also daran, zu schnell Personal einzustellen oder Marketingbudgets auszugeben, bevor das Fundament solide ist. Dieser Beitrag skizziert die wichtigsten Bausteine, um auf die Skalierung vorbereitet zu sein (Scaling Readiness), die wir in unserem Lab diskutiert haben, damit Ihr Unternehmen nicht nur wächst, sondern nachhaltig skaliert.
Scaling DeepTech
Wir helfen Teams dabei, DeepTech Spin-offs erfolgreich zu skalieren.
Warum „Scaling Readiness“ entscheidend ist
Deeptech-Unternehmen stehen vor einzigartigen Herausforderungen („Valleys of Death“). Im Gegensatz zu reinen SaaS-Modellen erfordert Deeptech längere F&E-Zyklen, komplexes geistiges Eigentum (IP) und einen hohen Kapitalbedarf.
Vermeidung der „Premature Scaling“-Falle
In eine massive Go-To-Market (GTM) Maschine zu investieren, bevor die internen Prozesse bereit sind, führt direkt zum schnellen Verbrennen des Kapitals aus einer Seed- oder Series-A-Runde.
Investorenvertrauen
VCs suchen im aktuellen Klima nicht nur nach Technologie; sie suchen nach „Skalierungsbereitschaft“. Sie wollen ein 360°-Verständnis des Business-Modells sehen, nicht nur Laborergebnisse.
Kernaspekte des Scaling Readiness Labs
Während Konsultoris Scaling Readiness Check ein Startup in 12 verschiedenen Dimensionen bewertet, konzentrierte sich unser Workshop an der Universität Wien auf die Reibungspunkte, die bei akademischen Spin-offs am häufigsten auftreten.
1. Priorisierung der Produkt-Roadmap mit RICE
Deeptech-Gründer:innen sind oft Visionäre, was häufig zu einer „Feature-reichen“, aber „Fokus-armen“ Roadmap führt. Wenn man von frühen Tester:innen mit Dutzenden von Funktionswünschen überhäuft wird – wie entscheidet man?
Wir haben das RICE-Framework (Reach, Impact, Confidence und Effort) besprochen, um von emotionalen Entscheidungen oder dem „Lautesten-Kunden-Prinzip“ zu einem methodischen Ansatz der Priorisierung zu gelangen.
2. Der Fokus-Check: GTM-Readiness
Ein häufiges Symptom der Pre-Scaling-Phase ist ein „Flickenteppich“ aus unterschiedlichen Kund:innen in zu vielen Segmenten.
Das Problem
Skalierung erfordert eine erneute Schärfung des Fokus.
Die Strategie
Bevor man eine skalierende Lead-Generation-Maschine hat, muss man eine schonungslose Analyse der Kernzielsegmente und der am besten wiederholbaren Use Cases durchführen. Skalierung bedeutet, eine Sache für eine spezifische Gruppe außergewöhnlich gut zu machen, bevor man expandiert.
3. Talente finden in einem umkämpften Markt
In Österreich ist der Kampf um Talente besonders intensiv. Deeptech-Startups haben oft Schwierigkeiten, mit den Gehältern von Konzernen zu konkurrieren. Wir haben zwei wesentliche Hebel diskutiert:
Employee Value Proposition (EVP)
Warum sollten Top-Ingenieur:innen zu Ihnen kommen? Oft liegt es an der Mission und der Autonomie.
Legal Innovation
Wir haben den Wert von ESOPs (Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen) und die spezifischen Vorteile der FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft) in Österreich diskutiert, die die Beteiligung von Mitarbeitenden am Eigenkapital deutlich erleichtern.
4. Die 360°-Außenperspektive
Eine der wichtigsten Erkenntnisse für die Teilnehmenden war die Notwendigkeit eines „Audits“. Viele Gründer:innen merkten an, dass das Lab ihnen die Augen dafür öffnete, was auf sie zukommt und worauf sie sich in Richtung PMF und Skalierung konzentrieren müssen. Unser Scaling Readiness Check bietet automatisiertes Feedback dazu, wo ein Startup die Mindestanforderungen erfüllt und wo noch Nachholbedarf besteht.
5. Langfristige Strategie & Alignment
In unseren 1:1-Coaching-Sessions im Anschluss an das Event sind wir tiefer in die „menschliche“ Seite der Skalierung eingetaucht: die Abstimmung der Co-Founder:innen untereinander und die langfristige Finanzierungsstrategie. Technische Exzellenz lässt sich nur dann skalieren, wenn das Führungsteam in die gleiche Richtung zieht und über klare Methoden zur Team-Attraktivität und Vergütung verfügt.
Fazit: Der Weg nach vorn
Skalierung ist ein Marathon, kein Sprint, und die Vorbereitung beginnt lange vor dem Startschuss. Ein herzlicher Dank geht an das Entrepreneurship Center der Universität Wien – insbesondere an Ardita Gjeci, Marco Masia und Clara Conrad-Billroth – für die Einladung zu dieser Sandpit Session. Ihr Engagement, Startups über die erste Inkubationsphase hinaus zu unterstützen, ist genau das, was das Wiener Ökosystem braucht, um die Lücke zum Erfolg in der Wachstumsphase zu schließen.
Egal, ob Sie ein Spin-off in der Gründungsphase sind oder ein Founder kurz vor dem ersten großen Wachstumsschub: Denken Sie daran, dass Deeptech-Skalierungsstrategien auf fundierter Diagnose basieren, nicht auf Vermutungen.
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