Ist Ihr Startup fit für die Skalierung? Insights aus dem Growth Navigator

Is Your Startup Really Ready to Scale Growth Navigator

Bei Konsultori sind wir überzeugt: Nachhaltiges Wachstum beginnt lange vor dem Pitch Deck und dem Investor:innengespräch. Es beginnt damit, genau zu wissen, für welche Kundengruppe ein Produkt gebaut ist, was diese Menschen wirklich brauchen und warum Ihre Lösung für sie relevanter ist als jede Alternative – einschließlich des inaktiv Bleibens.

Genau deshalb sind wir stolz, Teil des Growth Navigator zu sein – einem Programm der Wirtschaftsagentur Wien, das für genau diesen Moment konzipiert wurde: wenn ein Startup bewiesen hat, dass es abheben kann, und jetzt herausfinden muss, wie es gezielt wachsen soll.

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Bringen Sie Ihre Startups den Scaling-Herausforderungen einen Schritt voraus.

Über den Growth Navigator

Der Growth Navigator ist ein praxisorientiertes Programm für Startups, die bereits am Markt sind und ihren nächsten Entwicklungsschritt planen. Er unterstützt Gründungsteams dabei, strategische Prioritäten zu setzen, Wachstumshindernisse zu identifizieren und konkrete Schritte in Richtung Skalierung umzusetzen. Gründer:innen können aus vier thematischen Sprints wählen:

Die Teilnahme ist flexibel: Gründer:innen können sich für alle vier Sprints bewerben oder nur für jene, die in ihrer aktuellen Phase am relevantesten sind. Jeder Sprint verbindet Expert:innen-Input, Peer Learning mit anderen wachstumsorientierten Gründer:innen und individuelle Coaching-Sessions – fokussiert, praxisnah und auf Umsetzung ausgerichtet.

Konsultori-Expert:innen sind in allen vier Sprints vertreten. Unser Ziel ist immer: Gründer:innen dabei helfen, Klarheit und Sicherheit zu gewinnen und jene strategischen Grundlagen zu schaffen, die Wachstum nachhaltig ermöglichen.

Sprint 1: Product–Market Alignment – Warum er am Anfang steht

Der erste Sprint des Growth Navigator widmet sich dem Product–Market Alignment – und das hat einen guten Grund. Bevor Sie im großen Maßstab verkaufen, eine Finanzierungsrunde abschließen oder operative Strukturen aufbauen können, müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Produkt wirklich zum Markt passt, für den es gedacht ist. Die meisten Gründer:innen glauben, das bereits geklärt zu haben. Doch die Daten zeigen es deutlich: Zu frühes Skalieren – also Wachstum, bevor man seine Kund:innen wirklich verstanden hat – gehört zu den häufigsten Ursachen für das Scheitern von Startups. Laut dem Startup Genome Report ist es für 74 % der Misserfolge bei stark wachsenden Startups mitverantwortlich.

In diesem Sprint arbeiten Gründer:innen intensiv an ihrem Angebot, ihren Zielsegmenten und ihrem Wertversprechen (Value Proposition). Sie lernen, Kund:innen-Feedback systematisch zu nutzen, um ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zu schärfen – und verlassen den Sprint mit einer soliden Grundlage für ihre nächsten Wachstumsentscheidungen.

Nach diesem Sprint haben Gründer:innen mehr Klarheit über ihren Markt und ihre Kund:innen, ein geschärftes Wertversprechen und eine belastbare Basis für die Skalierung.

Petra Wolkenstein, CEO, Konsultori

Die Trainerinnen
Petra Wolkenstein 

Petra Wolkenstein ist CEO bei Konsultori und eine der erfahrensten Startup-Beraterinnen Österreichs. Sie begleitet Gründer:innen in mehreren Phasen – bei Strategie, Product-Market Fit, Sales und Investor Readiness. In Sprint 1 leitet Petra die 360°-Feedback- und Value Proposition Canvas-Review-Session: den zentralen Moment, in dem Gründer:innen ihr Marktangebot testen, hinterfragen und final schärfen.

Lucia Vilsecker 

Lucia Vilsecker ist Expertin für Markenaufbau, Innovationsprozesse und Unternehmertum sowie Gründerin von BLACK SWAN MAGIC, einem Studio für Innovation und Entrepreneurship. Im Growth Navigator leitete sie die Workshops „Defining the Core“ (PMF Assessment, Value Proposition Canvas Deep-dive und Core Segment Definition) und „Core Benefits“ (Messaging und Benefits für Marketing und Sales) und führte die 360°-Feedback-Sessions mit den teilnehmenden Gründer:innen durch.

Julia Vilsecker © Black Swan Magic

Im Gespräch mit Lucia Vilsecker: Product–Market Fit

Wir haben uns nach Sprint 1 mit Lucia Vilsecker zusammengesetzt, um ihre Perspektive zu erfahren: Womit kämpfen Gründer:innen? Was verändert sich in diesem Sprint? Und was braucht es wirklich, um bereit zu sein zu skalieren?

Wenn Gründer:innen zum Product–Market Alignment Sprint kommen – welche Missverständnisse haben sie häufig darüber, ob sie Product–Market Fit bereits gefunden haben? Und wie zeigt sich diese Fehlausrichtung in der Praxis?

Das häufigste Missverständnis ist, dass Gründer:innen nicht wirklich verstehen, was Product–Market Fit bedeutet. Viele setzen erste Umsätze oder Early Traction mit Product–Market Fit gleich. Aber das ist nicht dasselbe. Traction bedeutet, dass jemand bereit ist, Ihr Produkt auszuprobieren oder zu kaufen. Product–Market Fit bedeutet, dass Sie innerhalb eines definierten Kundensegments konsistent Umsatz generieren – bei relativ stabilen Kundengewinnungskosten und idealerweise mit Wiederkäufen oder anhaltender Nutzung.

Ein weiteres typisches Muster: Gründer:innen glauben, dass eine definierte Zielgruppe automatisch konvertiert. In der Realität ist die gedachte Kund:in oft nicht die tatsächliche Käufer:in.

In der Praxis zeigt sich diese Fehlausrichtung durch inkonsistente Verkaufszahlen, hohe oder schwer kalkulierbare Akquisitionskosten, fehlende Wiederkäufe und Botschaften, die intern Anklang finden, extern aber nicht ankommen. Der Schlüssel liegt darin, alles als Hypothese zu behandeln und diese frühzeitig mit echten Daten und KPIs zu validieren.

Sie arbeiten intensiv mit dem Value Proposition Canvas und Kundensegmentierung. Wo liegen die häufigsten Fehler bei der Definition des Kernkundensegments – und welche Denkverschiebung bringt echte Klarheit?

Der häufigste Fehler: Alles wird von innen nach außen definiert – aus der Produktperspektive oder aus dem eigenen Denken der Gründer:innen. Sehr oft ist das „Kernsegment“ unbewusst nur ein Spiegelbild der Gründer:in selbst.

Die echte Verschiebung passiert, wenn Gründer:innen lernen, von außen nach innen zu denken: zu verstehen, wie Kund:innen denken, womit sie kämpfen und was sie wirklich erreichen wollen. Sobald man wirklich in die Perspektive der Kund:in tritt, steigt die Klarheit enorm. Und mit dieser Klarheit kommt Präzision in der Kommunikation – eine Voraussetzung für effektives Marketing und Sales.

Können Sie einen konkreten Moment oder ein Muster beschreiben, das Sie im Sprint immer wieder erleben – wenn Gründer:innen etwas über ihre Kund:innen oder ihr Produkt wirklich neu verstehen? Und was verändert sich danach?

Ein wiederkehrender Durchbruchsmoment ist der, wenn Gründer:innen erkennen, dass Kund:innen nicht auf ihre Lösung warten. Kund:innen lösen ihre Probleme bereits – oft auf unvollkommene, manchmal ineffiziente Weise. Und diese Lösungen sind nicht nur funktional, sondern auch an Gewohnheiten, Gefühle und Kontext gebunden.

Das führt zu einer entscheidenden Erkenntnis: Ein Produkt muss nicht nur „besser“ sein – es muss für das, was die Kund:in wirklich erreichen und erleben will, spürbar besser sein. Nach diesem Moment verschiebt sich der Fokus von Produktfeatures auf echte Kund:innen-Outcomes.

Nach der 360°-Feedback-Session und dem Value Proposition Canvas-Review verlassen Gründer:innen den Sprint mit einer geschärften Value Proposition. Was bedeutet „geschärft“ konkret – wie sieht ein Vorher-Nachher aus?

„Geschärft“ bedeutet: Die Value Proposition ist nicht mehr aus der Produktperspektive definiert, sondern aus der Kund:innenperspektive.

Vorher: feature-getrieben, intern logisch, breit gefasst und auf das fokussiert, was das Produkt tut.

Nachher: nutzengetrieben, extern verständlich, klar auf ein Kernsegment fokussiert und darauf ausgerichtet, was die Kund:in gewinnt.

Konkret bedeutet das eine Verschiebung von: „Das kann unser Produkt“ – hin zu: „Das hilft einer konkreten Kund:in zu erreichen – und deshalb ist es ihr wichtig.“ Diese Verschiebung ermöglicht klare, relevante und wirksame Kommunikation: die Grundvoraussetzung für Product–Market Fit.

Welche eine Frage sollte jede:r Gründer:in souverän beantworten können, bevor er oder sie auch nur an Skalierung denkt – und wie hilft dieser Sprint dabei?

Die entscheidende Frage lautet: Was erreichen Sie für wen – und zu welchen Kosten (CAC) im Verhältnis zum generierten Wert (Customer Lifetime Value)?

Wer das nicht klar beantworten kann, ist nicht bereit zu skalieren. Denn Skalierung ohne diese Klarheit bedeutet: Unsicherheit skalieren und letztlich Geld verbrennen. Nur wenn beide Seiten übereinstimmen – Kund:innenverständnis und Unit Economics – ergibt Skalierung Sinn.

Das Fazit: Erst fundieren, dann skalieren

Wer ohne Product–Market Klarheit skaliert, beschleunigt kein Wachstum – sondern die falschen Dinge.

Was Lucias Antworten deutlich machen: Product-Market Fit ist kein Meilenstein, den man einmal erreicht – es ist eine Perspektive, die man kontinuierlich anwendet. Die Gründer:innen, die mit ersten Traction-Erfolgen in Sprint 1 kamen, gingen mit etwas Wertvollerem: einem klaren, kundenzentrierten Verständnis dafür, warum diese Traction entstanden ist – und was es braucht, um sie verlässlich zu wiederholen.

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