Science Ventures gemeinsam aufbauen: Co-Founder Matching und Spin-Off Stories von der ViennaUP 2026

Konsultori Lab to Leader ViennaUP © Franziska Safranek

Am 20. Mai 2026 haben wir LAB TO LEADER als Teil der ViennaUP 2026 mitorganisiert – Wiens jährlichem stadtweitem Startup- und Innovationsfestival, das von der Vienna Business Agency initiiert und von 18. bis 22. Mai ausgetragen wurde. 150 Gründer:innen, Forscher:innen, Spin-Off-Teams, Accelerator-Manager:innen und Ökosystem-Gestalter:innen aus 19 Ländern kamen an der TU in the Sky zusammen – für einen vollen Tag, der sich zwei Herausforderungen widmete, vor denen jedes Science Venture steht: den richtigen Co-Founder zu finden und erfolgreich zu skalieren.

Der Veranstaltungsort gab den Ton an. Deckenhohe Fenster, Wiens Dächer tief unter uns, und ein ausgesprochen internationales Publikum – genau die Mischung, die ViennaUP Jahr für Jahr schafft und die die Anreise rechtfertigt. Die Energie im Raum war von Beginn an offen und engagiert – und blieb es den ganzen Tag.

 

Wiens Universitäten und Enabler bündeln ihre Kräfte für DeepTech Spin-Off Gründer:innenSpin-Off Founders 

LAB TO LEADER entstand aus einer gemeinsamen Überzeugung im Wiener Innovationsökosystem: Die Unterstützung von Science Ventures funktioniert besser, wenn Institutionen miteinander statt nebeneinander arbeiten.

Das Vienna Spin-Off Project – eine gemeinsame Initiative von AIT Austrian Institute of Technology, BOKU, MedUni Wien, TU Wien, Universität Wien, WU Wien, XISTA und der Vienna Business Agency – hat sich mit AWS Austria Wirtschaftsservice, New Venture Scouting und Konsultori zusammengetan. Jede Institution brachte etwas mit, das die anderen nicht hatten: tiefe Forschungs-Pipelines und Spin-Off-Communities von den Universitäten, Marktwissen und Investorennetzwerke von den Enablern, und praxisnahes Programmdesign und Moderation von Konsultori. Was der Tag widerspiegelte, war das Wiener Ökosystem in seiner besten Form: geeint rund um ein gemeinsames Ziel.

Das Vienna Spin-Off Project wurde im Juni 2025 als kollaborative Plattform ins Leben gerufen – keine neue Institution, sondern eine gemeinsame Initiative zur Reduktion von Fragmentierung, zur Angleichung von Support-Strukturen und um forschungsbasierte Ventures nachhaltig entstehen und wachsen zu lassen. Die Prämisse ist klar: Viele Herausforderungen, mit denen akademische Gründer:innen konfrontiert sind, sind institutionsübergreifend – und lassen sich gemeinsam wirksamer adressieren als im Alleingang.

Wissenschaftsbasierte Spinoffs sind ein zentraler Hebel für Europas Innovationskraft und technologische Souveränität. Mit der Academic Spin-out Alliance bündeln wir erstmals gezielt unsere Kompetenzen, um Forschenden bessere Voraussetzungen für erfolgreiche Gründungen, schnelleren Technologietransfer und internationale Skalierung zu bieten.

Academic Spin-out Alliance, as reported by Brutkasten

Die Zahlen sprechen für sich: 2018 kamen rund 12 % der österreichischen Startups aus Universitäten oder Forschungseinrichtungen. Bis 2025 ist dieser Anteil laut Austrian Startup Monitor auf 23 % gestiegen. Die Pipeline an Science Ventures wächst. LAB TO LEADER war die konkrete Antwort auf dieses Wachstum – ein Tag, an dem das Ökosystem gemeinsam für seine Gründer:innen da war. Das Event selbst war die Botschaft.

Für Accelerator-Programme

We work with accelerator programmes on curriculum design, coaching, and scaling readiness.

Spin-Off Gründer:innen, Co-Founder:innen und Accelerators: Wer im Raum war

Die Zusammensetzung stimmte. Science-Unternehmer:innen auf allen Entwicklungsstufen – von Spin-Offs in der Gründungsphase bis zu Pre-Scaleups – suchten Co-Founder:innen und Verbindungen. Daneben: angehende Gründer:innen mit tiefem technischem Hintergrund, Accelerator-Manager:innen mit einem ungefilterten Blick auf das, was Gründer:innen brauchen, sowie Investor:innen und Berater:innen mit Erfahrung zu teilen.

Die Fachkompetenz im Raum spannte einen Bogen von Molekularbiologie, Medtech, KI, Hardware und Climate Tech bis hin zu Commercial- und Go-to-Market-Expertise von Personen, die bereits Unternehmen aufgebaut und skaliert hatten.

Der Tag im Überblick

Eröffnung – Alexander Svejkovsky, AIT, im Namen des Vienna Spin-Off Project

Alexander Svejkovsky eröffnete den Tag im Namen des Vienna Spin-Off Project und legte den Kontext dar, warum diese Zusammenarbeit existiert: Fragmentierung im Wiener Spin-Off-Ökosystem zu reduzieren, Wissen zwischen Institutionen zu teilen und Bedingungen zu schaffen, unter denen forschungsbasierte Ventures leichter entstehen und nachhaltiger wachsen können.

Panel: „Cofounder und Scaling Stories – Wins, Woes & Needs“

Das von Petra Wolkenstein moderierte Morgenpanel brachte drei Gründer:innen zusammen, die den gesamten Bogen des Aufbaus eines Science Venture durchlaufen haben – und bereit waren, offen darüber zu sprechen.

Richard Malovič – CEO & Co-Founder, Whalebone 

ichard ist CEO und Co-Founder von Whalebone, einem globalen Marktführer im Bereich DNS-basierter Cybersicherheit und Leiter des EU-Konsortiums DNS4EU. Unter seiner Führung ist Whalebone zu einem weltweit vertrauenswürdigen Unternehmen gewachsen, das Millionen von Nutzer:innen über ein weitreichendes Netzwerk von Kommunikationsdienstleistern schützt. Bei LAB TO LEADER teilte er, was es wirklich braucht, um ein DeepTech-Startup von Mitteleuropa auf globale Märkte zu skalieren.

Moritz Novak – CEO & Co-Founder, GATE Space 

Moritz ist Co-Founder und CEO von GATE Space, einem Wiener DeepTech-Startup, das die orbitale Mobilität neu denkt. Als TU Wien-Spin-Off und Forbes-30-Under-30-Venture hat sich GATE Space rasch als eines der ambitioniertesten New-Space-Unternehmen Europas etabliert – ein SpaceX-Launch steht bevor. Bei LAB TO LEADER sprach Moritz über die Führung eines mehrköpfigen Gründerteams und die Herausforderungen des Skalierens im DeepTech-Bereich. 

Julia Reisinger – CPO & Co-Founder, Factorymaker 

Julia ist spezialisiert auf KI-automatisiertes industrielles Gebäudedesign und überbrückt die Lücke zwischen Forschung und Serienproduktion. Als TU Wien-Spin-Off hat Factorymaker bedeutende Finanzierungen gesichert und den PHÖNIX Female Entrepreneur Prize gewonnen. Die Plattform automatisiert komplexe Planungsprozesse und reduziert damit Baukosten und CO₂-Fußabdruck für Industrieunternehmen erheblich. Julia teilte ihre Scaling-Journey vom DeepTech-Vision zur industriellen Realität.

Das Panel beleuchtete, was passiert, wenn Cofounder-Beziehungen unter Druck geraten, wie Gründungsteams sich mit dem Wachstum des Unternehmens neu strukturieren – und was die Panelist:innen sich vom Ökosystem früher gewünscht hätten. Ein lebhaftes, offenes Gespräch – genau die Art, die selten auf eine Bühne kommt.

Österreich zählt zu den EU-Spitzenreitern bei F&E-Ausgaben – 3,2 % des BIP fließen in die Forschung. Dennoch bleibt die Rate, mit der wir diese Investitionen in marktskalierbare Spin-Offs übersetzen, hinter dem Potenzial zurück.
Bei unserem „Lab-to-Leader“-Panel haben wir bewusst auf das übliche Startup-PR-Format verzichtet. Stattdessen habe ich mich mit drei außergewöhnlichen Gründer:innen zusammengesetzt, um über die echten strukturellen Engpässe zu sprechen, mit denen frühphasige DeepTech-Ventures konfrontiert sind.

1️⃣ Der ideale Gründer:innen-Mix Zu viele brillante technische Gründer:innen versuchen, das gesamte Gewicht der Skalierung alleine zu tragen. Die operative Komplexität von DeepTech ist schlicht zu groß für eine Person. Die resilientesten Scaleups haben 3–4 Co-Founder:innen. Moritz Novak (GATE Space) startete mit sieben. Die Koordination war enorm aufwändig – aber sie verschaffte dem Team eine frühe Widerstandsfähigkeit, die kaum zu replizieren ist. Alle sieben waren buchstäblich bereit, für das Unternehmen alles zu geben.

2️⃣ Warum Cofounder Alignment von Anfang an entscheidend ist Laut Harvard Business School scheitern 65 % der High-Potential-Startups an Cofounder-Konflikten. Dennoch starten Spin-Offs nach wie vor ohne Vesting-Regelungen oder klare Gründungsvereinbarungen. Richard Malovič (Whalebone) hat es offen ausgedrückt: „Es ist wie eine Ehe. Eine Unternehmenstrennung kann leicht 70 % des Unternehmenswerts vernichten. Wer nicht bereit ist für ein langfristiges Commitment mit klaren Vesting- und Exit-Regeln, ist nicht bereit, gemeinsam aufzubauen.“

3️⃣ Die Premature-Scaling-Falle umgehen 74 % aller Startup-Misserfolge sind auf verfrühtes Skalieren zurückzuführen (Startup Genome Project). Ein Spin-Off, das zwei Jahre alt ist und sein MVP noch nicht validiert hat, steht auf unsicherem Boden. Julia Reisinger (Factorymaker) bringt es auf den Punkt: den Markt von Tag eins an konfrontieren und für Pilotprojekte bezahlen lassen. Wenn ein Kunde nicht bereit ist, auch nur einen kleinen Betrag – etwa 1.000 Euro – für einen frühen Test zu investieren, liegt ein grundlegendes Problem vor.

4️⃣ TTO-Klauseln an internationale Standards anpassen Trotz exzellenter internationaler Benchmarks sehen wir österreichische Spin-Offs nach wie vor mit stark restriktiven Vertragsklauseln in der Frühphase konfrontiert. Für nachfolgende Venture-Capital-Geber:innen bedeutet das unmittelbare strukturelle Hürden – und häufig den Entschluss, nicht zu investieren.

Der Weg nach vorne: Einheitliche Qualität statt fragmentierter Silos Österreich ist zu klein, um fragmentierte, lokale Inkubationsprogramme im Alleingang zu betreiben. Wenn jede Institution nur den eigenen Bereich im Blick hat, ist das für globales Skalieren schlicht ineffizient.
Ich bin außerordentlich stolz, die Vienna Spin-Off Alliance dabei zu sehen, wie sie ihre Kräfte bündelt. Was wir brauchen: einheitliche, hochwertige, international vernetzte Unterstützung – und die frühzeitige Integration erfahrener, unternehmerisch denkender Personen in technische Teams.
Richten wir unsere Energie darauf, Spin-Offs von Anfang an so zu strukturieren, dass sie langfristig überleben und global wachsen können. spin-offs for long-term survival and global market entry.

Petra Wolkenstein, LinkedIn

Konsultori Lab to Leader ViennaUP © Konsultori
Konsultori Lab to Leader ViennaUP © Konsultori

Cofounder Matching – Startup Pitches

Sieben Spin-Offs aus dem österreichischen Universitätsökosystem traten ans Mikrofon, um für das fehlende Stück ihres Gründungsteams zu pitchen. Ein großes Dankeschön an jede:n Einzelne:n für den Mut, aufzustehen und offen zu fragen:

  • Lukas Kroeniger and Jakob Uhl – RISCARO (AIT) 
  • Carlotta Tubeuf and Martin Fischer – CLEO (TU Wien) 
  • Jen Iofinova – Panza (XISTA) 
  • Stephan Haudum – Resorbink (JKU) 
  • Nadiia Gumerova – Pomed (UniWien) 

Die Gespräche, die in dieser Session begannen, setzten sich durch das geführte Networking fort – und weit über das offizielle Ende des Tages hinaus.

Keynote: „Aligning for Success – Building Future-Proof Cofounder Teams“ – Michael Kubiena, Konsultori 

Michael Kubienas Keynote adressierte eines der am meisten unterschätzten Risiken in frühen Ventures: Gründungsteams, die sich nie explizit über Werte, Rollen und Entscheidungsfindung abstimmen – bis die Lücken kostspielig werden. Mit 25 Jahren Erfahrung im Organisationsdesign in Zentral- und Südosteuropa legte Michael einen praxisnahen Rahmen vor, um Cofounder-Teams zu bauen, die dauerhaft tragen.

Konsultori Lab to Leader ViennaUP © Konsultori
Konsultori Lab to Leader ViennaUP © Konsultori

Session: „How to Build a Dream Team – Why Interdisciplinarity is Key“ 

Birgit Hochenegger-Stoirer (Quintus), Harald Jenull (Alpen-Adria-Universität), Bea Robein (ArtWave), Hinnerk Hansen (Impact Hub Vienna) und Werner Wutscher (New Venture Scouting) schlossen den Nachmittag mit einer Session darüber ab, was Gründungsteams wirklich funktionsfähig macht. Das durchgehende Ergebnis: Vielfalt an Fähigkeiten und Hintergründen stärkt ein Team – genauso wie das Wohlbefinden der Menschen darin. Bea Robein bot einen Einblick in die Arbeit von ArtWave und nutzte Kunst und die Kraft der Stimme als praktisches Werkzeug zur Stressreduktion – eine Erinnerung daran, dass großartige Teams nicht nur die richtigen Skills, sondern auch die richtigen Bedingungen brauchen.

Wrap-up & Closing – Markus Wanko, XISTA 

Markus Wanko – Founder & Managing Partner, XISTA 

Markus Wanko ist Gründer und Managing Partner des XISTA-Innovationsökosystems, mit fast zwei Jahrzehnten internationaler Erfahrung in Venture Capital, Principal Investment und Strategieberatung. Mit einem akademischen Hintergrund, der MIT und TU Wien verbindet, hat er Schlüsselpositionen beim Europäischen Investitionsfonds, der Boston Consulting Group und der Qatar Investment Authority bekleidet. Heute leitet er XISTA Science Ventures, XISTA Innovation und XISTA Science Park – als Brücke zwischen bahnbrechender Forschung und kommerziellem Erfolg.

Markus schloss den Tag mit einer ermutigenden Note ab: Er blickte auf das, was das Ökosystem gemeinsam aufgebaut hat – und auf das, was möglich wird, wenn Institutionen, Gründer:innen und Enabler über ein einzelnes Event hinaus füreinander da sind.

Co-founder Matching und Spin-off Skalierung: Was LAB TO LEADER bewiesen hat

LAB TO LEADER als Teil der ViennaUP 2026 hat ein klares Signal gesetzt. Gründer:innen, angehende Gründer:innen und Ökosystem-Akteur:innen aus 19 Ländern verbrachten einen vollen Tag damit, an den zwei Fragen zu arbeiten, die darüber entscheiden, ob ein Science Venture es schafft: den richtigen Co-Founder zu finden und erfolgreich zu skalieren.

Sieben Spin-Offs pitchten für das fehlende Stück in ihrem Gründungsteam. Top-Gründer:innen sprachen offen über Cofounder-Dynamiken, schwierige Entscheidungen und was sie sich von den Unterstützungsstrukturen um sie herum früher gewünscht hätten. Elf Institutionen bündelten ihre Kräfte – Universitäten, Enabler und Berater:innen, vereint rund um ein Ziel: bessere Bedingungen für die Gründer:innen im Raum zu schaffen.

Ein aufrichtiges Dankeschön an jede Institution, jeden Speaker und jede:n Organisator:in, der oder die den Tag möglich gemacht hat – und an jede:n Gründer:in, der oder die sich gezeigt, gepitcht und den Tag genutzt hat.

Bei Konsultori arbeiten wir mit DeepTech-Gründer:innen genau in den Momenten, um die es an diesem Tag ging – Cofounder-Alignment, Teamstruktur, Investor Readiness und Scaling-Strategie. Wenn LAB TO LEADER eine Frage für Ihr Venture aufgeworfen hat, würden wir gerne davon hören.

Scale your venture

Wir unterstützen Gründer:innen bei Cofounder Alignment und Scaling-Strategie.