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Lean Startup: Copyright GP designpartners

Lean Startup: Copyright GP designpartners

Ein Thema, Teams in 120 Städten, mehr als 3.000 Leute, 500 Projekte und die Welt wird besser. Das Motto des diesjährigen Global Service Jams hieß „grow^“. Weltweit entwickelten Teams innerhalb von 48 Stunden Services, die das Schlagwort “Wachstum” aufgriffen. Die Teilnehmer erarbeiteten mit geringen Mitteln Prototypen ihres Services. Konsultori war in Wien beim Vienna Service Design Jam mit dabei. Was man von einem Service Jam mitnehmen kann: Denken unter vielen Hüten, Customer Development gibt Energie, interdisziplinäre Teams sind schnell, Prototypen gibt es in vielen Formen, Wachstum hat unendlich viele Facetten, 48 Stunden sind für einen ersten Prototypen ausreichend.

Wie ein Service Jam funktioniert – so wie Lean Startup?

Was kann man sich unter einem Global Service Jam vorstellen? Ich meldete mich an, um besser zu verstehen, wie Designer denken. Nach 48 Stunden hatte ich den Eindruck gewonnen, dass Designer sehr pragmatisch an Dinge herangehen. Ganz nach dem Motto “Doing – Not Talking!”.

Lean Startup: Copyright konsultori

Lean Startup: Image credit konsultori

Beim GSJ wird weltweit ein Motto am Freitag Abend per Video ausgegeben. Dieses Jahr war es „GROW“. Niemand kannte das Thema zuvor.

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut)

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut)

Wir begannen, Ideen zum Thema Grow zu sammeln, was jeder damit assoziiert, welche Services zu diesem Thema uns selbst interessieren und wichtig erscheinen.

Lean Startup: Image credit konsutori

Lean Startup: Image credit konsutori

Die einzelnen Themen wurden in unterschiedlichen Teilnehmer-Zusammensetzungen diskutiert, neue Facetten aufgeschrieben, damit ganze Themensets entstehen konnten. Am Samstag entschieden wir uns dann individuell für ein Thema. Wir motivierten andere zum Mitmachen und los ging es.

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut)

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut, content)

Weitere Runden zum Finden des eigentlichen Services folgten. Dabei verwendeten wir die Methode des „Six Hats Thinkings“ nach Edward de Bono, um Serviceaspekte zu hinterfragen oder auf Kritikpunkte und noch zu vertiefende Themenblöcke zu stoßen.

Anschließend testeten wir unsere Service-Idee auf der Straße, oder besser gesagt im Buchgeschäft. Wir befragten alle Altersklassen zu unserem Thema, um einschätzen zu können, ob es genug Nachfrage gab.

In unserem eigenen Projekt erlebten wir nach der Befragung einen Rückschlag, denn wir hatten unsere Interviewpartner falsch gewählt und da fand unsere Idee keinen Anklang. Trotzdem hatten wir kurze Zeit später den richtigen „Early Adopter“, der auch noch in der selben Nacht einen Testdurchlauf mit uns startete.

Schon waren wir wieder motiviert. Insgesamt produzierten wir ein Video über unser Service bis Sonntag 15:00.

Wisdom replanted. Junge Leute lernen von älteren Menschen, sie wachsen durch deren Lebenserfahrung und zugleich wachsen sie zusammen – über Generationen, in der Gemeinde. Das Projektergebnis und mehr Details gibt es bei GSJ13.

Lean Startup: Copyright VSDJ13

Lean Startup: Copyright VSDJ13

Was jeder von einem Service Jam mitnehmen kann

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut)

Lean Startup: Vienna Service Design Jam 2013 by Chris Lendl CC BY 2.0 (adaptation: cut, content)

“Six Hats Thinking” ist eine Methode, um schnell ein Thema zu verbreitern. Es werden rasch folgende Elemente angesprochen:

  • welche Infos fehlen uns noch
  • welche Gefahren gibt es
  • positive Chancen
  • Emotionen, was gefällt
  • neue Ideen produzieren
  • neuen Fokus festlegen
“Doing not Talking” zwingt dazu, Annahmen zu testen anstatt lange darüber zu diskutieren. So wird es erst möglich, in 48 Stunden Ergebnisse zu haben. Ob eine Service-Idee Anklang finden könnte, kann man durch eine 2-stündige Strassenbefragung leicht herausfinden. Man muss nur über seinen eigenen Schatten springen und die Interviews wagen. Man kehrt immer reicher an Erkenntnissen zurück, erhält seine Idee bestätigt oder hat mehrere Verbesserungspunkte im Gespräch gefunden. Das Team ist wieder motiviert, denn das Feedback kam von unbekannten Personen von außen.

Ein Prototyp muss nicht eine abgespeckte Version der Service-Idee sein. Er kann auch andere Formen annehmen: Präsentation, Video darüber, eine physische Verpackung, anhand der erzählt wird, etc..Ein interdisziplinäres Team vereint viele verschiedene Charaktere, sowie unterschiedliche Ansätze, um etwas zu erreichen. Der Diskussionsprozess ist sehr bereichernd und macht es erst möglich, in kurzer Zeit alle Bestandteile eines Prototypen zusammenstellen zu können.

Insgesamt wurden 533 “Grow”-Projekte in 48 Stunden weltweit fertig. Die Varietät ist sehr hoch und vielleicht wird das eine oder andere Projekt auch auf Basis des Prototypen verwirklicht. Im Jahr 2012 wurde in Wien “Life in a box” entwickelt. Mittlerweile scheint das Service in der Realität angekommen zu sein – das Startup Chez Cliche klingt wie eine Weiterentwicklung des Prototyps.

In welcher Phase sind Sie mit Ihrer Idee oder Ihrem Service? Kommen wir ins Gespräch.

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