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Lange galt der Beruf eines Anwaltes / einer Anwältin als Garant für Prestige und hohes Gehalt. Doch das Blatt wendet sich. Schafft man es, als Associate bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei einzusteigen, hat man Glück gehabt. Immer mehr Juristen wagen auch den Schritt in die eigene Kanzlei, in der Rechtsanwalt Marketing und ein professioneller Auftritt immer wichtiger werden. Nicht so angenehm wird es, wenn man bei Perconex landet.

Justice, law

Scales of Justice by Clyde Robinson via flickr CC BY 2.0

Perconex ist eine Personalberatung in Frankfurt, die top ausgebildete junge Anwälte und Anwältinnen als sogenannte „Projektjuristen“ an große Anwaltsfirmen und Rechtsabteilungen vermittelt. Dort ersetzen diese AnwältInnen in Elternzeit, helfen bei aufwendigen Document Reviews und bieten zusätzliche Ressourcen bei Auftragsspitzen. Ist das Projekt allerdings zu Ende, werden die ProjektjurstiInnen wieder abgezogen.

Düstere Prophezeiungen vom Deutschen Anwaltverein

Doch wie kommt es überhaupt zu diesem Modell? Über die Jahre hat die finanzielle Attraktivität des Jurastudiums junge Menschen angezogen – was heute zu einer erheblichen Anwaltsdichte in Deutschland führt. Derzeit sind fast 161.000 Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen zugelassen, das sind knapp dreimal so viele wie noch 1990. Im Jahr 2013 kommen auf einen Anwalt / eine Anwältin um die 499 BürgerInnen – 1950 waren es noch 5000 Personen, die sich einen Rechtsbeistand teilen mussten, so der DAV im manager-magazin.

Der Deutschen Anwaltvereins sieht deshalb „wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Anwaltschaft“. In seiner Studie sagt er fallende Preise und Kanzleiinsolvenzen vorher.

Rechtsanwalt Marketing ist ein Muss

Nur ein geringer Prozentsatz der fertigen JuristInnen wird von angloamerikanischen Anwaltsfabriken (siehe Clifford Chance, Linklaters oder Freshfields) oder von Rechtsabteilungen großer Firmen aufgenommen. Als Alternative bleibt, eine eigene Kanzlei eröffnen oder kleineren Zusammenschlüssen beitreten.

Doch egal, wie man sich entscheidet – unternehmerisches Denken ist ein Muss. „Professionelle Aquise, unbedingte Kundenorientierung und ein unverwechselbares Beratungsprofil, all das sind Grundtugenden des heutigen Anwaltsgeschäfts“, so Tilman Rückert, Mitgründer von Corinius im manager-magazin und das gilt genauso für Rechtsanwalt-Marketing in Österreich.

 

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